Montag, 5. Januar 2015

KESB muss sich zu den Leuten herunterbücken

Die KESB mag professioneller sein, als die bisherigen Vormundschaftsbehörden, aber eines ist sicher: Gute Arbeit kann nur dann geleistet werden, wenn alle Betroffenen gemeinsam an einem Strick ziehen. Das ist bei den KESB leider oft noch nicht der Fall. Angehörige beklagen sich, kommunale Sozialbehörden bekommen im besten Fall weder Akteneinsicht noch Auskunft, im schlimmsten Fall werden sie schnodrig behandelt und sogar ihre Zuständigkeit in Zweifel gezogen.

Wer bei der Sozialbehörde (Sozialhilfe und Asylwesen) oder bei der KESB (Vormundschaftswesen) landet, dem geht es meistens schlecht; sehr schlecht. Leuten, denen es schlecht geht, muss man auf Augenhöhe und menschlich begegnen, egal ob der Entscheid nun positiv oder negativ ist. Professionelle Verwaltung von menschlichem Leid, versteckt hinter unverständlichem Amtsdeutsch wird nicht verstanden und kann Aggressionen auslösen. In Sachen Augenhöhe und Kommunikation muss die KESB noch klar dazulernen. Und zwar subito, bevor es noch mehr Tote gibt.

Etienne Ruedin, Sozialbehörde Männedorf / 5. Januar 2015

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