Mittwoch, 24. Dezember 2014

Rumpelkisten

Die Goldküste verkommt immer mehr zu einer Rumpelkammer. Sogar die alten S-Bahn-Züge hat man zu uns abgeschoben.

Michael Wenzler, in: Zürichsee-Zeitung, 24. Dezember 2014

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Politischer Druck macht Unmögliches möglich

Zumindest die beiden meistbelasteten Züge der S7 verkehren ab Mitte Dezember mit modernsten Wagen (ZSZ vom 3.12.). Bis dann dann sollten auch die meisten alten Kompositionen mit immerhin einem (statt wie bis im vergangenen Sommer vier) Niederflurwagen ausgerüstet sein. Insider erkennen diese an der Abfahrtsanzeige als Zweitklasswagen neben der Lokomotive, dargestellt als Quadrat mit einem Minus drin. Nun soll gemäss verstecktem Hinweis auf der ZVV-Internetseite ab dem Fahrplanwechsel jede einzelne Tür als nieder-  oder hochflurig angezeigt werden, nachdem es im Herbst in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage Schmid noch geheissen hat, beides sei nicht möglich (ZSZ vom 13.9.).

Es ist richtig, dass sich der Meilemer Gemeindepräsident Christoph Hiller in dieser Sache starkt engagiert hat. Neben ihm setzt sich auf kantonaler Ebene Kantonsrat Lorenz Schmid aus Männedorf stark für die Anliegen der Pendler am rechten Seeufer ein. Solches Engagement ist leider auch weiterhin nötig, wenn die SBB alle paar Monate wieder eine Kehrtwendung machen, je nach dem zum Schaden oder zur Freude der Pendler. Da nun die Fahrplanstabilität angeblich perfektioniert ist, wäre es an der Zeit, die Kommunikation zumindest soweit zu verbessern, dass man den Passagieren reinen Wein einschenkt und dies jeweils frühzeitig.
Etienne Ruedin, CVP Männedorf / 4.12.14

Dienstag, 2. Dezember 2014

Der KESB fehlt die Akzeptanz, nicht das Fachwissen

Warum ist es nötig, in einer Medienmitteilung zu betonen, dass die neue KESB "professionell und rechtskonform" arbeitet? Davon kann bei einer staatlichen Behörde, die aus Fachleuten besteht, ohne weiteres ausgegangen werden.

Die KESB hat ein anderes Problem. Ihr mangelt es an Akzeptanz in den Gemeinden und in der Bevölkerung. Sie ist ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man einseitig auf Expertenwissen setzt, wenn man ohne Vernetzung und ohne Einbezug von Betroffenen Entscheide fällt und wenn man die politische Abstützung einer Behörde zu wenig gewichtet.

Dass Gemeinden seit kurzem bei kostenintensiven Verfahren „unter gewissen Voraussetzungen“ Stellung nehmen können, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Gemeinden sind zu reinen Zahlstellen verkommen. Weitere Schritte müssen folgen. Wir fordern, dass die KESB alle Betroffenen stärker einbezieht, dazu zählen nicht nur Gemeinden sondern auch Schulbehörden, wo nötig Polizei und kommunale Sozialbehörden. Zentral sind die offene Information und die gemeinsame Arbeit. Nur so kann Akzeptanz für die KESB geschaffen werden. Was nützen uns Experten, denen man nicht glaubt, weil sie einsam unverstandene Entscheide fällen? Nichts. Ohne Akzeptanz ist die Arbeit der KESB nutzlos.

Die Erfahrungen mit der KESB zeigen deutlich, dass "Professionalisierung" kein Allheilmittel ist. Ebenso wichtig sind die Verankerung der Behörden in Politik und Gesellschaft. In diesem Punkt haben Milizbehörden die Nase vorn.

Für Fragen: Lorenz Schmid, Kantonsrat und Mitglied KSSG; Philipp Kutter, Kantonsrat und Fraktionspräsident (2. Dezember 2014)