Mittwoch, 13. Dezember 2017

Psychiatrie im Bezirk Meilen: Ambulant vor stationär darf keine leere Hülse bleiben!

Kantonsrat Dr. Lorenz Schmid wehrt sich aktiv
gegen die Schliessung des  Psychiatriezentrums Männedorf. 
Sowohl die Tagesklinik als auch das sozialpsychiatrische Ambulatorium im Psychiatriezentrum Männedorf soll in den nächsten Monaten schliessen. Die betroffenen Patienten müssen künftig mit der Bahn nach Männedorf und drei Bussen (Männedorf-Ötwil, Ötwil-Unterwetzikon, Bahnhof Wetzikon-Spital Walfershausen) nach Wetzikon reisen, wo die Clienia die Tagesklinik und das sozialpsychiatrische Ambulatorium ausbaut.

Patienten mit schweren und oft chronischen psychischen Erkrankungen wie Psychosen, Schizophrenie, Angststörungen oder Demenz sollten nun ebenso ins Zürcher Oberland reisen, wie auch Notfälle. Gegen die Pläne formiert sich Widerstand. Hausärzte und Psychiater aus der Region kritisieren den Abbau; sie arbeiten an einem offenen Brief, der Ende dieser Woche publiziert werden soll. Und auch aus dem Kantonsrat kommt Kritik. Lorenz Schmid (CVP, Männedorf ) hat zusammen mit Hanspeter Göldi (Meilen) und Kathy Steiner (Zürich) gestern eine dringliche Anfrage an den Regierungsrat eingereicht.

Aus Sicht der Ärzte und Politiker ist das Vorhaben der Clienia aber auch deshalb störend, weil das Psychiatriekonzept des Kantons Zürich eigentlich eine wohnortnahe Versorgung verlangt, die sich am Prinzip «ambulant vor stationär» orientiert. Tatsächlich aber mache die Clienia das Gegenteil. Psychiater rechnen für die Zukunft mit mehr teuren stationären Einweisungen, aber auch mit mehr Behandlungsabbrüchen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen