Samstag, 5. September 2015

Kurswechsel in Politik und Wirtschaft

Barbara Schmid-Federer an der Paulus-Akademie.
(© 2015 Sylvia Stam)
Was will die Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus erreichen? Diese Frage stellte die Paulus-Akademie am Mittwoch, 2. September, drei Vertretern aus Theologie, Politik und Wirtschaft im Pfarreizentrum Liebfrauen in Zürich. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum diskutierten Barbara Schmid-Federer, Zürcher CVP-Nationalrätin, Roland Gröbli, Präsident der Vereinigung Christlicher Unternehmer Zürich, und Markus Vogt, Professor für christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

«Dieses Buch hat mich vollkommen verwandelt», gestand Schmid-Federer, welche die päpstliche Enzyklika während einer Auszeit in einem Kloster gelesen hat. «Ich wünsche mir, dass es wirklich Konsequenzen hat». Für die Diskussion möglicher Konsequenzen für Politik und Wirtschaft blieb an diesem Abend jedoch wenig Raum.

Barbara Schmid-Federer zeigte grosse Sympathien für die Ansichten des Papstes: «Nach der Lektüre des Buches kann keiner mehr für die zweite Gotthardröhre sein!» – ein Votum, das ihr spontanen Publikumsapplaus einbrachte. Die zweite Röhre erfordere einerseits ein erneutes Durchbohren des Berges, andererseits würde dieser zusätzliche Transportweg letztlich genau jenes Verhalten fördern, das der Papst anprangere, ja gar als Sünde bezeichne. Ihr Einsatz gegen die zweite Gotthardröhre habe allerdings zur Folge, dass der Gewerbeverband sie bei den Wahlen nicht unterstütze.

Der Abend war schon weit fortgeschritten, als die Frage nach einem Kurswechsel in Politik und Wirtschaft angesprochen wurde. Schmid-Federer zeigte sich optimistisch, obschon ihr kein Parlamentarier bekannt sei, der das Buch gelesen habe.

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