Samstag, 30. Mai 2015

S20 trotz CVP weiterhin auf dem Abstellgleis

Die S-Bahn-Linie S20 sollte ab Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb gehen. Ihr Auftrag: die rechtsufrige S7 zu den Hauptverkehrszeiten entlasten. Dieser Zeitplan ist längst Makulatur. Die S20 wird von Rekursen blockiert.
Anwohner des Bahnhofs Herrliberg-Feldmeilen verhindern mit Einsprachen den Bau eines Wendegleises im Bahnhof. Das 35-Millionen-Projekt ermöglicht, dass die S20 an der S16 («Flughafen-Linie») vorbeikommt, die in Herrliberg-Feldmeilen ihre Endstation hat. Die Anwohner stört, dass sie für das Wendegleis Land abtreten müssten. Bisher haben sie in allen Instanzen verloren, zogen den Rekurs aber dem Vernehmen nach ans Bundesgericht weiter.
Praktische Lösungen
Kantonsrat Lorenz Schmid (CVP) dachte daran, durch vermeintlich einfache bauliche und fahrplantechnische Eingriffe die S20 trotzdem fahren zu lassen. Deshalb stellte er am 23. März eine Anfrage an den Zürcher Regierungsrat. Erstens fragte er, ob die S20 dank einer Richtung Erlenbach verlegten Weiche die im Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen stehende S16 überholen könnte.
Zweitens fragte Schmid, ob die S16 bis Meilen verlängert werden könnte. Wenn ihr dann die S20 in den Hauptverkehrszeiten eine Minute später folgen würde, wäre der Gleisknoten in Herrliberg-Feldmeilen praktisch gelöst.
Neues Planungsverfahren
Der Regierungsrat beantwortet jetzt die Anfrage abschlägig. Die Variante mit der vorverlegten Weiche ändere nichts daran, dass das Gleis 1 um 100 Meter zu kurz sei für eine 300 Meter lange S-Bahn-Komposition. Daher müsste das Gleis 1 auf der Erlenbacher Seite des Bahnhofs verlängert werden. Dafür seien grössere Anpassungen und «umfangreiche Stützbauwerke in anspruchsvollem Gelände» nötig, schreibt der Regierungsrat. Da kein solches Projekt bestehe, bedürfe es einer aufwendigen Genehmigung.
Auch die Aufeinanderfolge von S16 und S20 im Minutenabstand sei unrealistisch. Laut der SBB könne diese im dichten Fahrplan nicht konfliktfrei umgesetzt werden. Ausserdem sei für zusätzliche Signaleinrichtungen zwischen Herrliberg-Feldmeilen und Meilen ebenfalls ein Plangenehmigungsverfahren nötig. Der Regierungsrat kommt zum Schluss: «Eine kurzfristige Umsetzung dieser Variante wäre somit nicht möglich.» (Zürichsee-Zeitung)