Dienstag, 2. Dezember 2014

Der KESB fehlt die Akzeptanz, nicht das Fachwissen

Warum ist es nötig, in einer Medienmitteilung zu betonen, dass die neue KESB "professionell und rechtskonform" arbeitet? Davon kann bei einer staatlichen Behörde, die aus Fachleuten besteht, ohne weiteres ausgegangen werden.

Die KESB hat ein anderes Problem. Ihr mangelt es an Akzeptanz in den Gemeinden und in der Bevölkerung. Sie ist ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man einseitig auf Expertenwissen setzt, wenn man ohne Vernetzung und ohne Einbezug von Betroffenen Entscheide fällt und wenn man die politische Abstützung einer Behörde zu wenig gewichtet.

Dass Gemeinden seit kurzem bei kostenintensiven Verfahren „unter gewissen Voraussetzungen“ Stellung nehmen können, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Gemeinden sind zu reinen Zahlstellen verkommen. Weitere Schritte müssen folgen. Wir fordern, dass die KESB alle Betroffenen stärker einbezieht, dazu zählen nicht nur Gemeinden sondern auch Schulbehörden, wo nötig Polizei und kommunale Sozialbehörden. Zentral sind die offene Information und die gemeinsame Arbeit. Nur so kann Akzeptanz für die KESB geschaffen werden. Was nützen uns Experten, denen man nicht glaubt, weil sie einsam unverstandene Entscheide fällen? Nichts. Ohne Akzeptanz ist die Arbeit der KESB nutzlos.

Die Erfahrungen mit der KESB zeigen deutlich, dass "Professionalisierung" kein Allheilmittel ist. Ebenso wichtig sind die Verankerung der Behörden in Politik und Gesellschaft. In diesem Punkt haben Milizbehörden die Nase vorn.

Für Fragen: Lorenz Schmid, Kantonsrat und Mitglied KSSG; Philipp Kutter, Kantonsrat und Fraktionspräsident (2. Dezember 2014)

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